Liebe Oma,
es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden.
Zwischen uns blieb vieles unausgesprochen – in der Familie, in mir.
Wir hatten nie ein besonders enges Verhältnis, und doch tut es weh, dass du gegangen bist.
Ich hätte mir einen Moment des Verstehens gewünscht – ein Blick, ein ehrliches Wort. Aber dieser Moment kam nie.
Nach Papas Tod habe ich versucht, die Verbindung nicht ganz zu verlieren.
Was ich gespürt habe, war oft Abstand, Schweigen und Kälte. Manche haben mir deutlich gezeigt, dass ich nicht dazugehöre – und das tat weh.
Trotz allem stehe ich heute hier – als dein Enkel.
Nicht, weil ich dazugehört habe, sondern weil ich dich nicht vergessen konnte.
Mit einem Kloß im Hals, einem Herzen voller Fragen – und dem Wunsch nach Frieden, in mir und für dich.
Ein Teil von Papa lebt durch dich in mir weiter – und das wird immer so bleiben.
Ich wünsche dir Frieden.
Und dass du jetzt bei ihm bist – an einem Ort, wo Nähe wieder möglich ist.
Wo kein Schweigen mehr trennt und kein Schmerz bleibt.
Nur Ruhe. Und vielleicht ein stilles Verstehen.
Mach’s gut, Oma.
Dein Enkel Lukas

